Sennentuntschi –
ein Rachegeist
Foto: Sam Verri
September 2025: «Sennentuntschi – ein Rachegeist», Kunstraum Satellit, Thun
Sie ist weich und unbeugsam zugleich und vermag Fantasie in Realität aufzulösen: Das Sennentuntschi ist tief in der alpinen Erzähltradition verwurzelt. Das Sennentuntschi entstammt der alpinen Erzähltradition – und spricht mit erschreckender Deutlichkeit von unserer Gegenwart. Barbara Kiener gibt ihr im Kunstraum Satellit den ganzen Raum.
Barbara Kiener inspirieren heimische Traditionen und ursprüngliche Brauchtümer. In ihrer aktuellen Ausstellung im Kunstraum Satellit setzt sie ich mit der Erzählung des Sennentuntschi auseinander. Das Sennentuntschi ist eine Puppe, geschaffen von isoliert lebenden Hirten in den hochgelegenen Alpen. Sie leistet ihnen Gesellschaft, ist Begleitung und Zuhörerin, Projektionsfläche für die Fantasien und Begierden der Männer. Der Spass nimmt ein abruptes Ende, wenn die Puppe lebendig wird und sich zu rächen beginnt.
Im Kunstraum Satellit ist das Sennentuntschi ihre eigene Gesellschaft: Raumgreifend beansprucht sie den Ort für sich. Sie ist pink, eine Mischung aus den Farben, die für höchste Gefahr und Unschuld stehen, für Wut und Perfektion, für Leidenschaft und Tod. Ihre «Haut» besteht aus dehnbarem Textilstoff, der mit eigenen Stoffbändern zusammengehalten ist – genäht, geknüpft, fast wie eine provisorische Reparatur. Flicken, Fragmente, Spuren: sie trägt ihre Haut wie ein offenes Manifest, stolz, ungeschönt. Ob sie die Hautfetzen präsentiert, die sie aus Rache ihren Peinigern abzog, wie es in der Sage heisst? Barbara Kiener macht das Sennentuntschi zum Symbol des Widerstands. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit Verletzlichkeit und Wandel sowie mit der Kraft, die daraus erwächst. Ihre überdimensionierte Form verweigert sich der Anpassung, sie fordert Raum – physisch wie diskursiv.
Text: Nurja G. Ritter
Der Bund
Blick
20 Min
28. Mai 2025: Illegale künstlerische Intervention an
der Christuskirche Hägendorf, Solothurn
Glauben oder Handeln?
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2025 verwandelt die Künstlerin Barbara Kiener den Kirchturm der ehemaligen Christuskirche in Hägendorf bei Solothurn in ein rosarotes Kunstwerk.
Diese 90 Jahre alte Kirche wird zum Symbol für die gravierenden Auswirkungen der globalen Erwärmung: die zunehmende Trockenheit bedroht die Statik der Kirche, die aufgrund von Einsturzgefahr zum Abriss freigegeben wurde.
Mit ihrer Intervention macht Kiener auf die gesellschaftlichen und klimapolitischen Herausforderungen aufmerksam, denen wir mitten im Dorf gegenüberstehen, und ermutigt uns, als Gemeinschaft auf eine nachhaltige Zukunft hinzuarbeiten.
Der Bund
«Kriminell ist, wer nichts
tut für die Welt»
Barbara Kiener zu Gast im SRF-Talk «Focus».
Ein Gast – eine Stunde. Nirgends lernt man Persönlichkeiten besser kennen.
Moderation: Kathrin Hönegger
Sendung vom 13. Januar 2025, SRF3
SRF Focus
«Melody of Pain» ertönte die Ausstellung «Purple, Pink & Revolution», bei der Barbara Kiener einen Querschnitt ihres Schaffens zeigte.
Ausstellungsort: Kunsthaus Steffisburg, 2024
Illegale Kunstaktion Merjenbrücke
Die Aktionskünstlerin Barbara Kiener bemalt in der Nacht vom Sonntag, 25. auf den 26. September die Merjenbrücke in Stalden VS pink. Die denkmalgeschützte, 108 Meter lange und 115 Meter tiefe Verkehrsbrücke aus dem Jahre 1930 führt über die tiefe Schlucht der Mattervispa.
Die Strahlkraft der monumentalen Ingenieurs-Kunst, nutzt Kiener als Symbolträger für einen Verbindungsraum und kreiert durch ihre Inszenierung «eine Geste der Begegnung».
SRF News
26. September 2022: Merjenbrücke in Stalden VS
Einzelausstellung
Barbara Kiener – Echo der Verwundbarkeit
25. April - 14. Juni 2025
Da Mihi Gallery, Contemporary Art, Bern
Künstlerische Intervention am Welttelegrafen-Denkmal, Helvetiaplatz, Bern
Helvetia
Performance
Die Aktionskünstlerin Barbara Kiener setzt sich am Dienstag, 15. Februar 2022 auf die Schultern der helvetischen Frauenfigur am Welttelegrafen-Denkmal und verharrt bei 7 °C, nackt in der «Huckepack-Position» als farbiger Protest.
Sie inszeniert die Position der Frau in der Gesellschaft und hinterfragt die Gleichstellung aller Menschen, Sexismus und die Diskriminierung von Frauen.
Sie führt die performative Intervention gezielt an der monumentalen Bronze-Skulptur mitten in Bern durch und zeigt ein stilles Verharren am Denkmal als ihre Form der Kritik, am Warten auf politisch, gesellschaftlich und menschlich bessere Zeiten.
Identity
Performance
«Identity» Performance, Bern, Dezember 2019
Barbara Kiener realisiert während der Vernissage der Ausstellung «Daimon» von Kore Contemporary im Berner Blutturm eine orts- und raumspezifische Performance mit dem Titel «Identity».
Der steinerne Bogendurchgang beim Aareweg nutzt die Künstlerin für eine architektonische Intervention, für die sie fluoreszierendes, pinkfarbenes Plexiglas verwendet. Sie versperrt damit für eine gewisse Zeitspanne den öffentlichen Weg durch den Blutturm und verharrt in Zwischenraum.
Inhaltlich bewegt sich ihre Performance an der Schnittstelle von Individualismus und Körpermodifikation und beleuchtet zeitgenössische Fragestellungen nach Identität und Zugehörigkeit.
Performance «Löwenritt» 2020, Luzern, 30. September bis 1. Oktober 2020, 09:00 – 09:00 Uhr (24h)
Löwenritt
Barbara Kiener realisiert während des L21-Projektjahres 2020 «Das Vermächtnis des Löwen – The Lion’s Legacy» eine orts- und raumspezifische Performance mit dem Titel «Löwenritt».
Blick
20 Min
Das Löwendenkmal selbst nutzt die Künstlerin für eine performative Intervention, indem sie die Liegestellung des Löwen auf einer für Kiener konstruierten schwimmenden Plattform im Brunnenteich von 140cm x 200cm nachahmt.
Die Künstlerin verharrt 24h auf dieser Plattform vor dem in den Fels gehauenen Monument. Inhaltlich bewegt sich ihre Performance an der Schnittstelle manifestierter Erinnerung und gesellschaftlicher Verantwortung.
Der durch die Performance vollzogene Perspektivenwechsel beleuchtet zeitgenössische Fragestellungen nach traditionellen Strukturen sowie deren Ausdruck und Einfluss auf Gesellschaft und Politik. Die Performance zeigt die Zerbrechlichkeit einer aktuell, gesellschaftlich kritischen Zeit anhand eines veränderten Betrachtungswinkels und reflektiert die Zuschauer*innen.
Imagination is reality
«Heuwender», Elektromotor
«Imagination is reality», Neon
Ausstellungsort: La Nef, Noirmont, 2020
Haus für Kunst Uri, 2021
Performance
«perspective of choice»
50 Jahre Frauenstimmrecht, im Rahmen des Alpentönefestivals, ist eine raumspezifische Intervention, in der Ausstellung «die Stadt im Museum» von Aldo Mozzini.
Was macht dieses pinke Häuschen in den Bergen?
Mit pinker Farbe gegen den Gletscherschwund
In einer Nachtaktion bemalte die Künstlerin Barbara Kiener das Kioskgebäude und die übriggebliebenen Stufen der Treppeninstallation am Helischopf. Dieser Aufstieg wurde nach 50-jährigem Bestehen 2014 geschlossen.
Die 160 Meter hohe Holztreppe ermöglichte den Besuchern den Zugang zum oberen Grindelwaldgletscher. Der rapid schnelle Gletscherrückgang lässt das Kioskgebäude und die 890 Tritte als wichtigen Zeitzeugen zurück.
Aktion in der Nacht auf Donnerstag, den 18. Juli 2019, Grindelwald
20 Min
Jungfrau Zeitung
Berner Zeitung
Performance «Kapitulation»
Schilthorn, Mai 2020
Während des Lockdown steigt Barbara Kiener aufs Schilthorn und hat die einsame Webcam «Piz Gloria» für die Live-Übertragung ihrer Performance gekapert.
Die Funktion der Webcam hat sich von Tourismus zur Bühne, respektive zum Hintergrund ihrer Performance gewandelt.
Auf dem verschneiten Piz Gloria ist sie in ihrem weissen Kleid und einer weissen Fahne zu sehen, die sie in Anlehnung an traditionelle Folklore durch die Luft wirbelte.
Als Metapher können wir denken, an eine Waffenniederlegung in zweifacher Hinsicht – vor Corona und vor der in Beschlag genommenen Webcam.
Performance «Mist», 25. April 2019 in Bern
Mist
10 Tonnen Kuhmist werden
von Künstlerin Barbara Kiener
auf dem Bahnhofplatz Bern,
zu einem Miststock verbaut
und gezöpfelt.
Kiener’s Performance zeigt
die Vielschichtigkeit eines natürlichen Kreislaufes zwischen Gesellschaft
und Politik - Ursprung und Tradition.
Performance
Bahnhofplatz Bern
Illegale Kunstaktion Panzersperre
Die Aktionskünstlerin Barbara Kiener, bemalt in der Nacht vom Montag, 14. Juni auf den 15. Juni, die Geländepanzerhindernisse Burgfluh bei Wimmis, ehemalige Verteidigungs-Bauwerk aus dem 2. Weltkrieg. Sie nutzt die denkmalgeschützten, militärischen Zeitzeugen als mahnendes Momentum.
Der Anblick der 375 Stück in rosa getauchten Betonsperren löst ambivalente Gefühle aus. Einerseits kritisiert die Künstlerin den politischen und gesellschaftlichen Unwillen der Schweiz, bezüglich Kriegsgeschäfte Klarheit zu schaffen und sich konsequent neutral zu verhalten. Andererseits setzt die Signalfarbe Rosa einen spannenden Akzent in der Wimmiser Landschaft, der uns darüber im Unsicheren lässt, inwiefern es sich dabei um Kunst oder Vandalismus handelt.
Kiener verurteilt die damals getätigten und immer noch fortwährenden Kriegsgeschäfte und nutzt künstlerische Mittel, um das heuchlerische Abbild unserer Neutralität zu inszenieren, eine Verherrlichung, wie uns der Bergier-Bericht bestätigte. Die Intervention zeigt eine unvereinbare Haltung zwischen humanitärer Tradition und wirtschaftlichem Profit mit Kriegen und Konflikten unseres Staates und hinterlässt ein Werk, das uns anregt, über Denkmäler, Kriege und deren Geschäfte nachzudenken. Die Farbe Rosa wählt die Künstlerin als Mischfarbe der Farbe Rot und Weiss, zum einen, das Rot wie Blut zum andern Weiss, als Sinnbild für Reinheit und Unschuld.
SRF Kultur
Kunstaktion «blutrotes Weiss», 2021
Panzersperren, Wimmis, Burgfluh
Weihnachtsbaum mit 500 Blutbeutel
20 Min
Installation Weihnachtsbaum, Zürich auf dem Turbinenplatz
Performance
«Spaziergang»
Sculpture Robert Walser, Biel
Die Künstlerin Barbara Kiener klebt sich mit Betonklebeband je einen Bleibarren von 12,5 Kg und unförmige Steine an die Füsse.
Die Performance besteht darin mit den zusätzlichen gesamthaft 35 Kg Gewicht umherzugehen und Robert Walser’s Spaziergänge zu interpretieren.
Die Versuchung der Flucht durch Gehen ist Zentral. Die Zurückhaltung und erschwerte Gehen durch geistigen Widerstand wird in der Performance dargestellt.
Die Cellistin Claudia Kühne ist Teil der Performance und interpretiert den Spaziergang unabhängig und im Prozess instinktiv.
Flashlights, 200 x 180cm
De La Montagne
Von Bergen umgeben
Geborgenheit und Bedrohlichkeit zugleich
Ursprung und Heimat das Tal am Fusse des Gebirges, hoch oben der Ausblick über Dörfer, Städte und Grenzen.
Mr.
Stay there and I'll come around and get you.
Mr. 200 x 200 cm
No God
No War?
Auf der Höhenmatte wird geschlöfelt, an Marktständen Glühwein ausgeschenkt – der Duft von Zimt und Manderinli liegt in der kalten Bergluft.
Eine Interlakner Künstlerin hat einen provokanten Christbaum geschaffen: Er stellt die Frage: «Kein Gott, kein Krieg?»
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Black walls, white light
painting and frames
window chair and table
dark days, bright nights.
Inside Out
Studio
Das um 1905 erbaute Gebäude bestehend aus einem zentralen Wohnhaus, ehemaliger Kunstschmiede und 1943 angebauten Autogarage ist seit 2012 Studio von Barbara Kiener: Die Kulturgarage Interlaken.
Das Gebäude erzählt aus der industriellen Vergangenheit im Zentrum von Interlaken, malerisch gelegen, zwischen zwei Seen, zwischen Internationalen Gästen und Uhrengeschäften, zwischen Blumenwiesen und Bergen.
About
Barbara Kiener ist freischaffende Künstlerin, thematisiert Poesie und Politik mit Pinsel und Aktion. Zwischen Blumenwiese, Leinwand und Revolution.
Kontakt
Kulturgarage Interlaken
Harderstrasse 25, 3800 Interlaken
hello@barbarakiener.com
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